Die Erfolgsgeschichte der koreanischen Instant-Ramen

Illustration von koreanischen Instant-Ramen in einem goldenen Topf mit typischen Toppings.

In Südkorea gehören Instant-Ramen so selbstverständlich zum Alltag wie bei uns das Butterbrot. Aber wie kommt es, dass eine japanische Erfindung ausgerechnet in Korea zum Grundnahrungsmittel geworden ist? Und was machen Koreaner damit, was sonst niemand macht?

Was sind koreanische Instant-Ramen?

Das ist schnell erklärt: Ramen bedeutet Nudel. Ursprünglich kommt das Wort vom chinesischen „Lamian“. Koreanische Instant-Ramen sind haltbare Nudelgerichte, die innerhalb weniger Minuten zubereitet werden. Sie gehören zu den beliebtesten Nahrungsmitteln in Südkorea. Warum das so ist, wollen wir dir kurz erklären.

Verschiedene beliebte koreanische Instant-Ramen Sorten
Verschiedene beliebte koreanische Instant-Ramen Sorten

In Korea selbst sagt übrigens niemand „Ramen“. Dort heißen sie 라면 (Ramyeon) – gleiche Wurzel, eigene Aussprache und inzwischen auch eine ganz eigene Küche drumherum.

Ursprung der koreanischen Instant-Ramen

Ein Japaner legte 1958 den Grundstein für das Lieblingsessen der Südkoreaner. Momofuku Ando schaffte es, Nudeln auf eine spezielle Art zu trocknen, um sie haltbar zu machen. Er änderte das chinesische Wort in die japanische Variante „Ramen“. Dieser Name wird heute weltweit für die Instant-Nudeln benutzt.

Warum koreanische Instant-Ramen in Korea so beliebt sind

Anfang der 1960er kamen die ersten haltbaren Nudeln in Korea auf den Markt. Noch waren die Instant-Ramen der Firma Samyang allerdings sehr teuer. Das änderte sich erst langsam nach dem Korea-Krieg. Instant-Ramen waren als weizenbasierte Lebensmittel deutlich günstiger als Reis. Außerdem sind sie lange haltbar und natürlich lecker. Ihr Siegeszug als Grundnahrungsmittel der Südkoreaner begann.

Inzwischen gibt es unzählige Sorten, sodass du wochenlang täglich Instant-Ramen essen könntest, ohne zweimal dieselbe zu erwischen.

Wie Koreaner ihre Instant-Ramen zubereiten

Der größte Unterschied zur deutschen Tütensuppen-Routine: In Korea wird nicht aufgegossen, sondern gekocht. Nudeln, Suppenpulver und Gemüseflocken kommen zusammen in einen kleinen Topf auf den Herd. Wassermenge und Kochzeit stehen auf der Packung – und daran halten sich die meisten ziemlich genau, denn zu weiche Nudeln gelten als misslungen.

Klassisch ist ein dünner Topf aus gelbem Aluminium, weil er schnell heiß wird. Gegessen wird oft direkt daraus, der Deckel dient als Teller. Dazu kommt, was da ist: ein Ei, das zum Schluss in die Brühe geschlagen wird, Frühlingszwiebeln, eine Scheibe Schmelzkäse, Kimchi, Mandu oder Reiskuchen-Sticks – Ramyeon mit Tteok heißt 라볶이 (Rabokki). Und wenn die Nudeln weg sind, wandert bei vielen noch ein Löffel Reis in die restliche Brühe.

Koreanische Instant-Ramen mit vielfältigen Toppings
Koreanische Instant-Ramen mit vielfältigen Toppings

Ramyeon im Alltag: der Convenience Store

Für eine Schüssel Ramyeon muss in Korea niemand nach Hause. In den Convenience Stores stehen Heißwasserspender und teils kleine Kochautomaten, dazu ein schmaler Tresen am Fenster. Du kaufst den Becher, machst ihn an Ort und Stelle fertig und isst ihn dort – in der Mittagspause, zwischendurch oder spät abends. Diese Läden sind ein Stück koreanischer Alltag für sich; wir haben ihnen eine eigene Convenience-Store-Box gewidmet.

Ramyeon in der koreanischen Popkultur

Weil Ramyeon so selbstverständlich dazugehört, taucht es überall auf. In „Parasite“ kocht die Haushälterin auf Zuruf 짜파구리 (Jjapaguri) – zwei verschiedene Instant-Nudelsorten in einem Topf, im englischen Untertitel zu „Ram-don“ gemacht. Nach dem Filmstart 2019 wurde das Gericht weltweit nachgekocht.

Dazu kommt die Fire Noodle Challenge: Videos, in denen sich Leute durch die sehr scharfen Buldak-Nudeln von Samyang arbeiten, haben die Marke von Korea aus um die Welt getragen. Und in Mukbang-Videos, in denen jemand vor laufender Kamera isst, ist die dampfende Ramyeon-Schale ein Dauergast.

Selbst in der Alltagssprache hat sich das festgesetzt. Der Satz „라면 먹고 갈래?“ (Ramyeon meokgo gallae?) heißt wörtlich „Willst du noch Ramyeon essen?“ – gemeint ist damit in Korea aber die Einladung, noch mit hochzukommen. Wer das nicht weiß, versteht in koreanischen Serien regelmäßig die halbe Szene nicht.

Wenn du selbst anfangen willst: In unserer Guksu-Box mit koreanischen Instant-Ramen findest du eine Auswahl traditioneller Sorten. Nimm einen richtigen Topf statt der Mikrowelle, halte dich an die Zeit auf der Packung und schlag zum Schluss ein Ei hinein. Mehr braucht es für den Anfang nicht.

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