Deinen Namen auf Koreanisch schreiben – so funktioniert es

Du kannst Hangul jetzt lesen – aber wie schreibt man eigentlich den eigenen Namen damit? Diese Frage kommt fast immer als Nächstes, und die Antwort ist erfreulich: Es gibt nur eine Handvoll Regeln. Falls Du die koreanischen Zeichen noch nicht kennst, fang am besten mit unserer Anleitung zum Hangul-Lernen an – die dauert wirklich nur eine Stunde. Alle anderen legen direkt los.

1. Denk in Silben, nicht in Buchstaben

Das ist der wichtigste Unterschied. Im Deutschen reihen wir Buchstaben aneinander, im Koreanischen werden sie zu Silbenblöcken gestapelt. Sprich Deinen Namen einmal langsam aus und achte darauf, wo eine Silbe endet: An-na, Ma-ri-e, Se-bas-ti-an.

Genau diese Silben werden zu Blöcken. Und weil es um Klang geht und nicht um Schreibweise, ist die deutsche Rechtschreibung ab hier egal – entscheidend ist, wie der Name klingt.

2. Manche Laute gibt es im Koreanischen nicht

Das koreanische Lautsystem ist kleiner als das deutsche. Ein paar Buchstaben haben deshalb keine direkte Entsprechung und werden ersetzt:

Buchstabe Wird zu Warum
F ㅍ (p) Ein F gibt es im Koreanischen nicht – das ㅍ kommt ihm am nächsten.
V, W ㅂ (b) Beide klingen im Deutschen wie ein W, und dafür steht das ㅂ.
Z ㅊ (tsch) Das deutsche Z ist ein Ts-Laut, den das ㅊ am besten trifft.
L und R Ein einziges Zeichen für beide Laute – am Silbenanfang eher R, am Ende eher L.
X ㄱ + 스 X ist ein K plus S, also werden daraus zwei Bausteine.
Sch Wird als eigene Silbe geschrieben, zum Beispiel am Anfang von Stefan.
Ch (wie in „ich“) ㅎ (h) Diesen Reibelaut kennt das Koreanische nicht, das ㅎ vertritt ihn.

Das erklärt auch, warum aus Philipp im Koreanischen 필립 wird: Aus dem F wird ein ㅍ, und die beiden P am Ende werden zu einem einzigen Laut zusammengezogen.

3. Jede Silbe braucht einen Vokal – dafür gibt es das ㅡ

Ein Silbenblock ohne Vokal funktioniert nicht. Im Deutschen stehen aber ständig mehrere Konsonanten nebeneinander: das „x“ in Max, das „st“ in Stefan, das „s“ am Ende von Thomas.

Die Lösung ist das ㅡ, ein dumpfes „eu“, das man kaum hört. Es dient als Notvokal, damit einsame Konsonanten einen eigenen Block bekommen. Aus Max wird so 막스 – „mak“ plus „seu“. Aus dem harten Schluss-S von Thomas wird 스, und der Name endet auf 토마스.

4. Beginnt die Silbe mit einem Vokal? Dann kommt ㅇ davor

Auch das Gegenteil kommt vor: eine Silbe ganz ohne Anfangskonsonanten. Weil ein Block immer mit einem Konsonantenplatz beginnt, springt hier das ㅇ ein – der leere Kreis, der selbst keinen Laut hat.

Anna beginnt mit einem A, also steht vor dem 아 ein ㅇ und der erste Block wird zu 안. Dahinter folgt 나, fertig ist 안나. Dieselbe Regel greift bei Emma (엠마) und in der Mitte von Michael (미하엘).

5. Zwölf deutsche Namen als Beispiel

Vielleicht ist Deiner dabei – und wenn nicht, findest Du im Muster bestimmt den passenden Aufbau:

Name Auf Koreanisch Gelesen
Anna 안나 an-na
Emma 엠마 em-ma
Lena 레나 re-na
Max 막스 mak-seu
Jonas 요나스 yo-na-seu
Thomas 토마스 to-ma-seu
Laura 라우라 ra-u-ra
Philipp 필립 pil-lip
Julia 율리아 yul-li-a
Felix 펠릭스 pel-lik-seu
Michael 미하엘 mi-ha-el
Stefan 슈테판 syu-te-pan

Zwei Dinge fallen auf. Bei Philipp und Julia taucht das ㄹ doppelt auf: Steht ein L zwischen zwei Vokalen, verteilt es sich auf das Ende des einen und den Anfang des nächsten Blocks. Und bei Stefan wird aus dem „St“ am Wortanfang ein eigenes 슈, weil wir es im Deutschen ja auch „Scht“ sprechen.

6. Jetzt Du

Drei Namen zum Entziffern – alle nach den Regeln von oben gebaut:

Auf Koreanisch Welcher Name ist das?
니나 __________
다비트 __________
마르틴 __________

Und dann der eigentliche Test: Sprich Deinen eigenen Namen laut aus, zerleg ihn in Silben, ersetze die Laute, die es nicht gibt, und stapel die Zeichen zu Blöcken. Das Ergebnis darfst Du uns gern in die Kommentare schreiben.

Ein Hinweis zum Schluss

Was Du hier bekommst, ist eine gute Annäherung – keine amtliche Umschrift. Für Fremdwörter gibt es in Südkorea ein offizielles Regelwerk des Nationalen Instituts für die koreanische Sprache, und bekannte Namen haben dort teils festgelegte Schreibweisen, die von der reinen Lautlogik abweichen. Für den Hausgebrauch, für Grußkarten oder den ersten Chat auf Koreanisch reicht unsere Methode völlig. Bevor Du Dir etwas tätowieren lässt, frag aber lieber noch jemanden, der die Sprache spricht.

Übrigens: Wenn Du das nächste Mal eine Packung koreanischer Instantnudeln in die Hand nimmst, kannst Du den Namen jetzt selbst lesen. 불닭볶음면 steht auf den bekannten scharfen Nudeln und heißt wörtlich „Feuer-Hähnchen-Bratnudeln“ – das 닭 hat sogar einen doppelten Schlusskonsonanten, eine der Sonderregeln, die wir in der Hangul-Anleitung ausgelassen haben. Weiteres Lesematerial findest Du in unserer Themenwelt rund um Buldak und bei den übrigen koreanischen Produkten.

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