Bubble Tea selber machen ist nicht schwer: Du brauchst Tee, Milch oder Saft, Sirup und Perlen, entweder Tapiokaperlen zum Kauen oder Popping Boba, die beim Draufbeißen platzen. Hier erfährst du, wie beide Varianten gelingen, woher Bubble Tea kommt und warum er in Deutschland 2012 fast wieder verschwunden wäre.
Was ist der Unterschied zwischen Tapiokaperlen und Popping Boba?
Die klassischen Tapiokaperlen sind dunkle, zähe Kugeln aus Tapiokastärke, die aus der Maniokwurzel gewonnen wird. Sie werden gekocht und haben dann eine gummiartige Konsistenz.
Popping Boba sind Kugeln mit einer dünnen Haut aus Alginat und flüssiger Füllung, meist Fruchtsaft. Beim Draufbeißen platzen sie. Hergestellt werden sie, indem Saft in ein Bad mit Alginat getropft wird, wobei sich die dünne Gelhaut bildet. Selbst machen kann man das, für zu Hause empfiehlt der Fachhändler Modernist Pantry aber, sie fertig zu kaufen.
Wie mache ich Bubble Tea mit Popping Boba?
Das ist die schnellste Variante, weil das Kochen der Perlen wegfällt. Pro Glas:
- Brüh Grün- oder Schwarztee auf, etwa einen Beutel auf 240 ml Wasser, und lass ihn 5 Minuten ziehen, für einen kräftigeren Tee bis zu 10 Minuten. Dann abkühlen lassen.
- Gib Popping Boba nach Packungsangabe und Eis ins Glas.
- Gieß den Tee darauf und süß nach Geschmack. Wer mag, gibt einen Schuss Milch dazu.
- Gut umrühren und mit einem dicken Strohhalm trinken.
Alles, was du dafür brauchst, steckt in unserer Bubble-Tea-Box: Popping Boba und Tee für vier Getränke, in Sorten wie Mango, Litschi oder Passionsfrucht.
Wie koche ich Tapiokaperlen?
Bei fertig gekauften, getrockneten Perlen hängt die Kochzeit stark von der Sorte ab, halte dich deshalb an die Packung. Schnellkoch-Perlen brauchen oft nur 3 bis 5 Minuten. Für normale Perlen geben Rezepte sehr unterschiedliche Zeiten an:
- The Woks of Life kocht 160 g Perlen in 1,4 Liter Wasser 15 Minuten zugedeckt und lässt sie dann 15 Minuten im heißen Wasser ziehen.
- HungryHuy lässt die Perlen 30 Minuten köcheln und dann 30 Minuten zugedeckt ziehen, mit deutlich mehr Wasser.
Ist der Kern danach noch weiß und hart, wiederholst du das Ganze. Dann die Perlen abgießen und kalt abspülen.
Für den Sirup löst du nach The Woks of Life 3 Esslöffel Zucker in 240 ml warmem Wasser, oder du kochst braunen Zucker und Wasser zu gleichen Teilen 3 bis 4 Minuten kurz ein. Leg die Perlen in den Sirup, dann bleiben sie weich.
Kann ich Tapiokaperlen selbst machen?
Ja, mit Tapiokastärke aus dem Asia-Laden. HungryHuy nimmt 40 g dunklen braunen Zucker, 60 ml Wasser und 95 g Tapiokastärke:
- Erhitze Zucker und Wasser und rühr die Stärke nach und nach ein.
- Knete den Teig etwa 2 Minuten, roll ihn zu dünnen Strängen, schneide sie in kleine Stücke und roll daraus Kugeln. Bestäube sie mit etwas Stärke.
- Gib die Perlen in reichlich kochendes Wasser. Sobald sie oben schwimmen, lässt du sie etwa 20 Minuten kochen und dann 20 Minuten zugedeckt ziehen.
- Kalt abspülen und in Sirup legen.
Wie mache ich klassischen Milchtee mit Tapiokaperlen?
Für ein Glas nach dem Rezept von Alphafoodie:
- etwa 60 ml gekochte Tapiokaperlen mit Sirup
- 240 ml Schwarztee, einen Beutel auf 480 ml Wasser, 5 bis 10 Minuten gezogen und abgekühlt
- 60 ml Milch
- Eis nach Belieben
Gib Perlen und Sirup ins Glas, dann Eis, Tee und Milch. Gut umrühren, fertig.
Wie lange halten Tapiokaperlen?
Gekochte Tapiokaperlen schmecken frisch am besten. Die meisten Rezepte raten, sie innerhalb von etwa vier Stunden zu verbrauchen. Im Sirup bei Zimmertemperatur bleiben sie länger weich, im Kühlschrank werden sie hart. Laut der englischen Wikipedia verkaufen die meisten Bubble-Tea-Läden ihre Perlen nach 24 Stunden nicht mehr.
Ist Bubble Tea gefährlich für Kinder?
Für kleine Kinder ja. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte 2012, dass vor allem Kinder bis vier Jahre die Kugeln beim Saugen am Strohhalm versehentlich in die Lunge bekommen können. Kinder in diesem Alter sollten laut BfR möglichst keinen Bubble Tea trinken, und wenn doch, dann ohne Strohhalm. Bei anhaltendem Husten oder Atembeschwerden nach dem Trinken sollte man zum Arzt gehen.
Woher kommt Bubble Tea?
Bubble Tea kommt aus Taiwan, wo er 珍珠奶茶 (Zhēnzhū nǎichá) heißt, „Perlen-Milchtee“. Wer ihn erfunden hat, ist umstritten. Zwei Teehäuser beanspruchen das für sich:
- Hanlin in Tainan: Gründer Tu Tsung-ho soll 1986 auf einem Markt weiße Tapiokakugeln entdeckt und sie in seinen Tee gegeben haben.
- Chun Shui Tang in Taichung: Dort soll die Mitarbeiterin Lin Hsiu-hui 1987 Tapiokaperlen in ihren Milchtee gegeben haben. Je nach Quelle wird auch 1988 genannt.
Nach Angaben der englischen Wikipedia und von CNN entschied ein Gericht 2019, dass Bubble Tea nicht patentierbar ist und jeder ihn zubereiten darf.
Woher das Wort „Bubble“ kommt, ist ebenfalls nicht ganz klar. Mehrere Quellen führen es auf den Schaum zurück, der beim Schütteln des Tees entsteht, andere auf die Perlen. In den USA heißt das Getränk oft „Boba“. Das Wort geht laut englischer Wikipedia auf einen Spitznamen der Hongkonger Schauspielerin Amy Yip zurück.
Was war mit Bubble Tea in Deutschland los?
Nach Deutschland kam Bubble Tea um 2009 und 2010, zuerst in Berlin. Bis 2012 eröffneten im ganzen Land Läden, die Kette BoboQ hatte laut The Local im April 2012 schon 70 Bars.
Im August 2012 berichtete die Rheinische Post, Chemiker der RWTH Aachen hätten in Bubble-Tea-Kugeln möglicherweise krebserregende Stoffe gefunden. Das Verbraucherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen ließ daraufhin 84 Proben untersuchen und fand keinen der genannten Stoffe. Der Ruf des Getränks war trotzdem beschädigt, und fast alle Läden mussten schließen. Laut der taz hat der beteiligte Forscher die Medienkampagne ein Jahr später selbst als „verleumderisch“ bezeichnet.
Seit 2019 steigt die Zahl der Bubble-Tea-Läden in Deutschland wieder, laut taz auch dank TikTok.
Mehr Getränke aus Asien findest du in unserer Kategorie Getränke. Und wenn du es lieber koreanisch magst: In unserem Artikel über Dalgona-Kaffee geht es um den aufgeschlagenen Kaffeetrend aus Südkorea.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Trendgetränk Bubble Tea: Gesundheitsrisiko für Kleinkinder (2012) und Fragen und Antworten (2012)
- Land NRW, Verbraucherschutzministerium: Ergebnisse der Schwerpunktuntersuchung (2012)
- Deutsches Ärzteblatt: zur Aachener Meldung (2012)
- taz: zur Rückkehr von Bubble Tea (2021)
- The Local: zum Bubble-Tea-Boom in Deutschland (2012)
- Taipei Times: zur Herkunft (2018)
- The Woks of Life: Tapiokaperlen kochen
- HungryHuy: Tapiokaperlen kochen und Tapiokaperlen selber machen
- Alphafoodie: Bubble Tea selber machen
- Honest Food Talks: Bubble Tea mit Maracuja
- Modernist Pantry: Popping Boba
- Wikipedia: Bubble Tea, Bubble tea, Chun Shui Tang















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