Mochi selber machen geht auch ohne Stampfen: Für Daifuku, die runden Mochi mit süßer Bohnenfüllung, brauchst du nur Klebreismehl, Zucker, Wasser und eine Mikrowelle. Das Rezept hier ergibt sechs Stück und folgt der japanischen Rezeptseite Kurashiru.
Was ist Mochi?
餅 (Mochi) ist ein japanischer Reiskuchen aus 餅米 (Mochigome), einem kurzkörnigen Klebreis. Traditionell wird der Reis gedämpft und dann beim 餅つき (Mochitsuki) mit Holzhämmern, den Kine, in einem Mörser, dem Usu, so lange gestampft, bis keine Körner mehr zu erkennen sind. Heute machen das meist Maschinen, denn das Stampfen kostet enorm viel Kraft.
Zu Neujahr stellt man in Japan 鏡餅 (Kagami-Mochi) auf: zwei runde Mochi übereinander, obendrauf eine Bitterorange, als Opfergabe für den Gott des neuen Jahres. Beim Kagami-Biraki im Januar wird der Mochi gebrochen, nicht geschnitten.
大福 (Daifuku) ist die bekannteste süße Form: ein kleiner, runder Mochi mit Füllung, meist aus 餡子 (Anko), süßer roter Bohnenpaste. Der Name bedeutet „großes Glück“. Mehr über Daifuku und andere japanische Süßigkeiten steht in unserem Artikel Japanische Süßigkeiten erklärt.
Welches Mehl brauche ich für Mochi?
Für Daifuku nimmt man Mehl aus Klebreis. Es gibt zwei Sorten:
- 白玉粉 (Shiratamako) wird nass vermahlen und getrocknet. Der Teig wird damit besonders glatt und dehnbar.
- もち粉 (Mochiko) wird trocken vermahlen. Das japanische Landwirtschaftsministerium nennt Daifuku ausdrücklich als Verwendung.
Beide bekommst du im Asia-Laden, im Zweifel unter „Klebreismehl“ oder „glutinous rice flour“. Zum Bestäuben brauchst du noch 片栗粉 (Katakuriko). Das ist in Japan heute meist Kartoffelstärke, normale Speisestärke geht auch.
Welche Zutaten brauche ich für Daifuku?
- 80 g Shiratamako
- 40 g Zucker
- 90 ml Wasser
- 180 g Anko (rote Bohnenpaste)
- Katakuriko oder Speisestärke zum Bestäuben
Die Mengen in anderen Rezepten schwanken, beim Zucker etwa zwischen 30 und 70 g. Für Ichigo-Daifuku, die Variante mit Erdbeere, brauchst du noch sechs Erdbeeren.
Wie mache ich Daifuku in der Mikrowelle?
- Teile das Anko in sechs Portionen und forme Kugeln daraus. Für Ichigo-Daifuku wickelst du das Anko um je eine Erdbeere.
- Verrühre Shiratamako, Zucker und Wasser in einer mikrowellengeeigneten Schüssel glatt.
- Gare den Teig bei 600 Watt 2 Minuten, nimm ihn heraus und rühr alles gut durch.
- Gare ihn dann noch einmal 1 Minute 30 Sekunden bei 600 Watt. Der Teig sollte jetzt durchscheinend und zäh sein.
- Bestäube eine Arbeitsfläche mit Stärke, gib den heißen Teig darauf und teil ihn in sechs Stücke.
- Drück jedes Stück flach, setz eine Anko-Kugel in die Mitte, zieh den Teig darüber und drück ihn unten zusammen.
Die Stärke verhindert, dass der Teig klebt. Überschüssige Stärke kannst du am Ende mit einem Pinsel abbürsten.
Wie koche ich rote Bohnenpaste selbst?
Anko gibt es im Asia-Laden fertig zu kaufen, als 粒餡 (Tsubuan) mit ganzen Bohnen oder als 漉し餡 (Koshian), glatt passiert ohne Schalen. Wer selbst kochen möchte: Die japanische Seite macaroni nimmt 200 g Azukibohnen, 150 g Zucker, 2 g Salz und 1,6 Liter Wasser. Die Bohnen werden aufgekocht, etwa 10 Minuten gekocht und 30 Minuten ziehen gelassen, dann 30 bis 60 Minuten weich gekocht. Den Zucker gibst du in zwei Portionen dazu. Insgesamt dauert das rund zwei Stunden.
Wie lange hält selbst gemachtes Mochi?
Daifuku schmeckt am selben Tag am besten, danach wird der Teig hart. Damit er nicht austrocknet, wickelst du die Mochi in Frischhaltefolie oder legst sie in eine Dose. Eingefroren halten sie laut dem Rezeptblog Chopstick Chronicles etwa zwei Wochen, aufgetaut wird im Kühlschrank.
Ist Mochi gefährlich?
Mochi ist zäh und klebrig, und daran ersticken in Japan jedes Jahr Menschen. Die Feuerwehr Tokio zählte von 2020 bis 2024 in ihrem Gebiet 338 Notfalltransporte wegen Mochi und ähnlichem Gebäck. Über 90 Prozent der Betroffenen waren 65 Jahre oder älter, und die meisten Unfälle passierten im Januar, wenn zu Neujahr viel Mochi gegessen wird. Die Feuerwehr rät:
- Mochi in kleine Stücke schneiden.
- Langsam essen und gut kauen.
- Vorher etwas trinken, zum Beispiel Tee oder Suppe.
- Kleine Kinder und ältere Menschen beim Essen im Blick behalten.
Was ist der Unterschied zu Mochi-Eis und taiwanesischem Mochi?
Bei Mochi-Eis steckt Eiscreme in einer Hülle aus weichem Mochi-Teig. In Japan brachte Lotte 1981 die Sorte Yukimi Daifuku heraus. In den USA gilt Frances Hashimoto von der Konditorei Mikawaya in Los Angeles als Wegbereiterin, die 1993 mit der Produktion begann.
Auch in Taiwan gibt es Mochi, dort 麻糬 (Muâ-tsî) genannt. Beeinflusst ist es von japanischen Süßigkeiten und von der Küche der Hakka. Die Stadt Hualien an der Ostküste ist für Mochi als Mitbringsel bekannt. Unsere Royal Family Mochi kommen ebenfalls aus Taiwan, vom Hersteller 家會香 aus dem Landkreis Nantou, dessen Gründer 1992 japanische Mochi-Maschinen nach Taiwan holte. Sie sind in sieben Geschmacksrichtungen gefüllt und ein guter Weg, Mochi ohne Kochen zu probieren.
Quellen
- Kurashiru: Ichigo-Daifuku (japanisch)
- Cookpad: Ichigo-Daifuku mit selbst gemachtem Anko (japanisch)
- Chopstick Chronicles: Daifuku Mochi
- macaroni: Anko selber kochen (japanisch)
- Japanisches Landwirtschaftsministerium, Regionalbüro Tōkai: Sorten von Reismehl (japanisch)
- Feuerwehr Tokio: Erstickungsunfälle durch Mochi (japanisch)
- Japanische Verbraucherbehörde (CAA): Warnung vor Erstickung durch Mochi (japanisch)
- People News Taiwan: zum Hersteller von Royal Family Mochi (2026, chinesisch)
- Wikipedia: Mochi, Daifuku, Mochi ice cream, Red bean paste, 鏡餅, 白玉粉, 麻糬















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